Subtelomerscreening

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Subtelomerscreening 

 

Flint und Mitarbeiter berichteten 1995 erstmals über kryptische chromosomale Aberrationen im Subtelomerbereich mittels FISH-Technik bei Patienten mit idiopathischer mentaler Retardierung. In der Folge wurden die Befunde bestätigt.

 

Klinik / Indikation

 

Die Häufigkeit von kryptischen subtelomeren chromosomalen Aberrationen hängt von der Selektion der Ausgangskriterien der Patienten ab. Die niedrigste Rate von Befunden von etwa 0,5 Prozent wird gefunden, wenn Patienten nur eine milde mentale Retardierung haben. Liegen die klinischen Kriterien vor, die auch sonst eine konventionelle zytogenetische Diagnostik erfordern, ist die Findungsrate höher (bis ca. 20 Prozent). Eine sorgfältige Patientenauswahl nach den folgenden Kriterien ist unbedingt erforderlich.

 

Klinische Kriterien für ein Subtelomerscreening:

  • prä- und postnataler Minderwuchs

  • akrofaziale Dysmorphiezeichen

  • einzelne oder mehrfache Fehlbildungen

  • mentale Retardierung, besonders der Sprache

  • familiäres Vorkommen von mentaler Retardierung oder anderer obiger Hauptkriterien.

Die in der Literatur beschriebenen Selektions-Score schließen die obigen Kriterien ein.

 

Ein Subtelomerscreening wird empfohlen, wenn bei konventioneller Karyotypisierung ein Normalbefund erhoben wurde und trotzdem der klinische Verdacht einer chromosomalen Aberration weiter besteht.

 

Genetik 

 

Die Subtelomer-Regionen der Chromosomen sind besonders genreich und wichtig für die Chromosomenstabilität. Rearrangements und chromosomale Imbalancen sind mit der konventionellen Chromosomenanalyse schwer zu bestimmen, da sie oft G-Banden negativ sind. Derzeit ist in Abhängigkeit von der Patientenselektion in 0,5 – 29 Prozent mit einem pathologischen Befund zu rechnen.

 

 

Diagnostik

 

Aus genomischer DNA werden die Subtelomer-Regionen aller Chromosomen mittels MLPA (Multiplex Ligation-dependent Probe Amplification) untersucht. Mit dieser Methode der genomischen Quantifizierung ist es möglich, sowohl Deletionen als auch Duplikationen nachzuweisen. Dabei werden für jede Subtelomer-Region je zwei Sonden genutzt, um Veränderungen in der Kopienzahl der Zielsequenzen zu detektieren. Die verwendeten Sonden sind gegen bekannte Genregionen nahe den jeweiligen Telomeren gerichtet.

 

Der Bearbeitungszeitraum liegt bei etwa 3 Wochen.

 

Durch einen Vergleich des Patienten mit einer Kontrollperson können Abweichungen erkannt werden. Das Vorliegen eines Zellmosaiks sowie balancierter Aberrationen kann durch diese Untersuchung nicht ausgeschlossen werden.

 

Pathologische Befunde, die mittels MLPA erhoben wurden, werden anschließend per Subtelomer-FISH verifiziert.

 

Untersuchungsmaterial

 

2 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Proben ungekühlt im Transportröhrchen.

 

Kontakt

 

Dipl.-Biol. Susann Riedel

 

Tel.: 0351 / 492 78 950        Fax: 0351 / 492 78 955        e-mail: info@praxisverbund-humangenetik.de

 

 Letzte Aktualisierung: August 2013

 

Die Untersuchung unterliegt nicht der Budgetierung.

 

Mitteldeutscher Praxisverbund Humangenetik

Molekulargenetisches Labor

Friedrichstraße 38/40    01067 Dresden