Smith Lemli Opitz Syndrom (SLOS)

Erkrankung Gen OMIM
Smith Lemli Opitz Syndrom DHCR7 270400

Das Smith Lemli Opitz Syndrom ist durch multiple congenitale Anomalien aufgrund eines Enzymdefekts der 7-Dehydro-cholesterolreduktase im Rahmen der Cholesterol-Biosynthese gekennzeichnet.

Prävalenz: 1:20.000 bis 1:70.000

Klinik / Indikation

  • Generell: Wachstumsstörung, Gedeihstörung, Entwicklungsverzögerung, mentale Retardierung
  • Kraniofazial: Mikrozephalie, Mikrognathie, bitemporale Enge, Epikanthus, Ptosis, breite Nasenbasis, antevertierte Nares, tief angesetzte nach hinten rotierte Ohren, Mikrognathie, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte (40-50%), congenitale Katarakt (20%)
  • Extremitäten: Syndaktylie 2/3 (95%) , Postaxiale Polydaktylie, Vierfingerfurche, tief angesetzter Daumen, fetale Pads
  • Kardial: ASD, VSD, persistierender Ductus arteriosus, AV-Kanal, art. Hypertonie
  • Haut: Photosensitivität
  • Gastrointestinal: Verminderter Saugreflex, gastroösophagealer Reflux, Obstipation, Pylorusstenose, M. Hirschsprung, Leberbeteiligung unterschiedlichen Grades
  • Urogenital: Urogenitale Fehlbildungen, Hypospadie, Kryporchismus, intersexuelles Genitale
  • ZNS: Holoprosencephalie, part. oder komplette Agenesie des Corpus callosum, Hypotonie
  • Verhalten: Autismuspektrum, Hyperaktivität, Selbstverletzung

Das klinische Bild variiert von subklinischer Ausprägung über moderate bis schwere motorische und kognitive Entwicklungsstörung bis hin zum Tod innerhalb des ersten Lebensjahres. Obwohl eine strikte Korrelation zwischen der Cholesterolserumkonzentration und der klinischen Ausprägung der Erkrankung nicht möglich ist, beschreiben zahlreiche Studien eine indirekte Korrelation zwischen Cholesterolserumkonzentration und klinischem Schweregrad (Tint et al 1995, Cunniffet al 1997, Yu et al 2000b). Hierzu erfolgt eine Bestimmung der Serumkonzentration von Cholesterol (erniedrigt) und 7-Dehydrocholesterol (erhöht).

Quelle: European Journal of Human Genetics (2008), 16, 535-541 und Gene Reviews

Genetik

Das DHCR7-Gen (OMIM 602858) ist auf dem q-Arm des Chromosoms 11 in der Region 12-13 lokalisiert und  besteht aus 9 Exons, die 425 Aminosäuren codieren. Das Genprodukt ist die 7-Dehydrocholersterol-Reduktase.

Dieses Enzym katalysiert den letzten Schritt der Cholesterolbiosynthese, die Umwandlung von 7-Dehydrocholerol zu Cholsterol. Cholesterol ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für Steroid-Hormone, neuroaktive Steroide, Oxysterol und Gallensäure. Das Cholesterol ist an der embryonalen Entwicklung und dem Aufbau von Zellmembranen beteiligt. 80% des vom Körper benötigten Cholesterols wird vom Körper selbst produziert und nur 20% über die Nahrung aufgenommen.

Bei Mutationen im DHCR7-Gen kommt es aufgrund der gestörten Cholesterolbiosynthese zur Akkumulation von 7-Dehydrocholersterol im Körper.

Bei 96% der Patienten können Sequenzveränderungen im DHCR7-Gen nachgewiesen werden. Derzeit sind ca. 130 verschiedene Mutationen bekannt. Bei 30% der Patienten bzw. Anlageträger liegt die Mutation c.946-1G>C im Intron 8 des DHCR7-Gens vor.

Diagnostik

Der Bearbeitungszeitraum liegt bei 3 Wochen. Für den Nachweis bzw. Ausschluss einer bereits bekannten Mutation bei weiteren Familienmitgliedern ist ca. 1 Woche anzusetzen.

Untersuchungsmaterial

2-3 ml EDTA-Blut des Indexpatienten sowie weiterer Familienmitglieder. Versand der Probe ungekühlt im Transportröhrchen.

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